Zur Schreibdidaktik: Zehn Jahre ist es her, dass der programmatische Titel "Schreiben im Umbruch" (Feilke/Portmann) ein paradigmatisch neues Verstehen von schulischem Schreiben postulierte. Nun legt ein anderes, in der Schreibdidaktik renommiertes Autorenduo einen Band vor, der eine reichhaltige Bilanz des seither Erforschten bietet. In überaus kompetenter, dabei gut fasslicher Weise werden in einem ersten Teil basale Aspekte wie Struktur der Textsorten, Geschichte der Aufsatzdidaktik, Schreibprodukt und Schreibprozess, Schreibkompetenzen und Schreibentwicklung sowie die Beurteilung und Benotung von Texten auch mit Hilfe von Kriterienrastern wissenschaftlich fundiert dargelegt. Dass zu Letzterem auch ein mit konkreten Anregungen illustrierter Abriss des Portfolios gehört, ist ein Indiz für die didaktische Geschlossenheit und den hohen Gebrauchswert dieses Werks. In einem zweiten Teil wird mit einem Rahmenkonzept zur unterrichtlichen Entwicklung von Schreibkompetenz eine Brücke zur Praxis geschlagen. Darin werden in exemplarischer Weise das dokumentierende (beschreiben und berichten), das kreative (Schreiben im Museum) und das argumentierende Schreiben (zusammenfassen, kommentieren) erörtert. Im dritten und letzten Teil werden projektartige Schreibarrangements vorgeführt, nämlich ein Zeitungsprojekt und eine auf die Publikation im Internet ausgerichtete Unterrichtseinheit "literarische Rezension". Ein umfassendes Register schliesst den Band ab. Zur Schreibdidaktik gibt es zurzeit wohl kein besseres Buch; mit seinem weiten Blick und seiner gelungenen Balance zwischen Theorie und praxisnaher Konkretisation ist es sehr zu empfehlen. Roger Morger.
Schreiben (Text machen) (Unterstufe).
· 1986
Die Geschichte des Deutschunterrichts (DU) der Nachkriegszeit (1945-1950) wird anhand der Rekonstruktion des Alltags des Du's der Volksschule geleistet, wobei ein regionalgeschichtlicher Aspekt (NRW, Reg.-Bezirk Aachen-Köln) zur Konkretion beiträgt. Die Analyse des dokumentarischen Materials (Praxisberichte der Lehrer 1945-1955) stellt die Entwicklung vom improvisierten zum erziehungs- und bildungsorientierten DU als eine von der Praxis induzierte vor. Zugleich wird aber auch die These erhärtet, dass es trotz des Primats der Erziehung in der Praxis eine immanente fachdidaktische Differenzierung gegeben hat. Dokumentiert wird diese Theorieorientierung durch Möglichkeiten, die der Lehrer zur Legitimierung (Lehrpläne) und Strukturierung (Fachliteratur) seiner fachdidaktischen Position eingesetzt hat, gesteuert durch Massnahmen der Schulverwaltung.
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· 1982
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